Freitag, 22. Februar 2013

Pflaume trifft Samt oder das Flimmern eines frühnächtlichen Großstadthimmels

Habe ich schon einmal erwähnt, dass lila Samt zu meinen absoluten Lieblingsstoffen gehört? Meiner Meinung nach ist er der zauberermäßigste Stoff überhaupt und schafft es wie kein anderer, hippiesque, düster und irgendwie großstadtprinzessinnenmäßig zugleich auszusehen.
Bei Karstadt habe ich vor kurzem eine sehr schöne pflaumenfarbene Version gefunden, aus der ich einen Rock genäht habe. Da der Schnitt nur aus Rechtecken besteht, ging es ziemlich schnell und ich war nach einem Abend fertig! Was will man da schon mehr? (:

Leider sieht die Farbe des Stoffes auf den Photos etwas blass aus:



Montag, 18. Februar 2013

2-1



Die kühle Sphäre um das Hirn
die Zwei-Teilung des Haupthaars
raues schwarzes Loch habe alles morgen absorbiert

das ist doch alles so linear
so konstant

die grausame Ungeduld die sich als Würmer durch die Haut frisst
manuelles Augenöffnen
Aufeinanderprallen
danach die Überkonstruktion

Ich ströme verströme
Ich saß saß fest
geschüttelt irgendwo zwischen Beklommenheit und nahbestimmtem Augenschließen
Vertrautheit
als wäre da ein Ventil offen
das alle Gegensätze von selbst regulieren würde
den Druck und die Ausdehnung
bis man nicht mehr weiß
was man denken soll

denken soll
mit meinem Mund habe ich dein Herz gegessen
gestern und morgen


Mittwoch, 6. Februar 2013

An autumn in Rivendell - oder: eine Hommage an den Jugendstil und ein Herz für Pannésamt

Nach vielen Monaten der langen Pausen einerseits und der kurzen, aber intensiven Nähphasen (vor allem in den letzten Tagen...) andererseits kann ich nun endlich das fertige Elbenkleid präsentieren.
Und ja, ich stehe zu Pannésamt. Er kann mehr als nur das Stiefkind der Gothicmode und vor allem der Anhänger "hochwertiger" und historisch korrekter Kostüme abzugeben. Bei mir weckt er viel mehr auch Assoziationen zu Art Nouveau, zu den Präraffaeliten und zu Wagner-Uraufführungen. Obwohl ich ihn nicht für Mittelalter oder Renaissancekleider verwenden würde, finde ich ihn für Fantasykleider (ganz abgesehen außerdem von der Kostenfrage) sehr passend und in diesem Fall unterstreicht er den geplanten jugendstilartigen Charakter des Elbenkleides. Die Ärmel sind aus rehbraunem Stretchsamt, die Blende am Ausschnitt und die oberen Ärmel sind aus braunem Taft, den ich zusätzlich mit Perlen bestickt und mit silbernen Posamentenborten und Soutachebändern (außerdem ein beliebtes Material zur Jahrhundertwende) in selbst entworfenen Mustern benäht habe. Am Ausschnitt habe ich außerdem einen schmalen Streifen elfenbeinfarbenen Jacquards angebracht. Ich hoffe, euch gefällt das Ergebnis!